2018
Installation, variabel, Fotografien auf Dibond oder Würfel aus Sperrholz mit Fotos à 20 x 20 x 20 cm / Installation, variable dimensions, photographs on Dibond or plywood cubes with photos, each measuring 7,88 x 7,88 x 7,88 inch.

In der Serie Lebenslinien beschäftigt sich Doris Bardong intensiv mit dem Thema Veränderung. Ihr Interesse gilt den frischen, noch dunkelgrauen, glänzenden Bruchlinien, die den Straßenbelag durchziehen – dabei spielt es überhaupt keine Rolle, um welche Straße es sich handelt. Sie zwingt den Betrachter, den Fokus auf etwas zu richten, das normalerweise wenig Beachtung findet.
Diese dunklen Linien zeigen, dass etwas in Bewegung war – ein Schaden, der registriert, repariert und bewusst sichtbar gemacht wurde. Sie sind ein Dokument der Veränderung. Während der Asphalt durch Zeit, Nutzung und Umweltkräfte gealtert ist, wirkt die Reparatur als eine bewusste, fast zeichnerische Intervention. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen Verfall und Erneuerung, Natürlichkeit und Konstruktion.
Die Anordnung der Bilder zu einer neuen, durchgängigen Linie verstärkt diesen Gedanken, indem er die Reparaturprozesse in einem neuen Kontext präsentiert. Die quadatischen Tafeln stehen im Kontrast zu den organischen Reparaturspuren der Asphaltfotografien. Gleichzeitig symbolisierten sie Wandel und Perspektivwechsel – die Tafeln können gedreht oder neu angeordnet werden. So wird die Linie zu einem Sinnbild für die Vielschichtigkeit von Veränderung und den Umgang mit Brüchen – sowohl in Materialien als auch im Leben selbst.


In the series Lebenslinien (Lifelines), Doris Bardong explores the theme of change in depth. She is drawn to the fresh, still dark-gray, gleaming cracks that crisscross the road surface—and it doesn’t matter at all which street it is. She compels the viewer to focus on something that normally goes largely unnoticed.
These dark lines reveal that something was in motion—damage that was identified, repaired, and deliberately made visible. They serve as a record of change. While the asphalt has aged due to time, wear and tear, and environmental forces, the repair appears as a deliberate, almost graphic intervention. This creates a tension between decay and renewal, naturalness and construction.
The arrangement of the images into a new, continuous line reinforces this idea by presenting the repair processes in a new context. The square panels contrast with the organic traces of repair in the asphalt photographs. At the same time, they symbolize change and a shift in perspective—the panels can be rotated or rearranged. In this way, the line becomes a metaphor for the complexity of change and how we deal with fractures—both in materials and in life itself.