2024
Sprühfarbe auf Leinwand, 30 x 5 x 30 cm
Spray paint on canvas, 11.81 × 1.97 × 11.81 in.
In ihrer aktuellen Gemäldeserie Form, Farbe & Natur erforscht Doris Bardong das Wechselspiel zwischen Naturform und künstlerischer Setzung. Auf quadratischen Keilrahmen kombiniert sie dafür intensive Farbflächen in Pink, Blau, Grün und Lila mit den natürlichen Silhouetten gefundener Naturformen wie Gräser, Äste und Blätter.
Die Künstlerin knüpft damit an ihre malerischen Anfänge an und stellt sich grundlegende Fragen der Komposition. So dienen die Pflanzen nicht als Abbild der Natur, sondern als Ausgangspunkt für eine spannungsreiche Komposition.
Die Werke der Serie oszillieren zwischen Positiv- und Negativraum: Die natürlichen Elemente erscheinen als Leerstelle – eine klar definierte Auslassung innerhalb der leuchtenden Farbflächen. Diese Dualität erzeugt ein dynamisches Kräfteverhältnis, ein Wechselspiel der Gegensätze, mit dem sich das Verhältnis von Natur und Kunst reflektieren lässt.
Durch den Einsatz der Sprühtechnik entsteht eine besondere Materialität: Denn im Gegensatz zum definierten Farbauftrag mit dem Pinsel, dünnen die Ränder gesprühter Farben in einem pudrigen Nebel aus. Die Künstlerin kehrt auf diese Weise gewohnte Sichtweisen um: Die unbearbeiteten Leerstellen wirken körperlicher als die farbigen Stellen.
In dieser Serie reflektiert Bardong über das Sichtbare und das Verborgene, über das, was bleibt, und das, was nachklingt.
In her current series of paintings, Form, Color & Nature, Doris Bardong explores the interplay between natural forms and artistic composition. On square stretchers, she combines intense swaths of color—in pink, blue, green, and purple—with the natural silhouettes of found natural forms such as grasses, branches, and leaves.
In doing so, the artist builds on her early painting practice and addresses fundamental questions of composition. Thus, the plants do not serve as representations of nature, but rather as a starting point for a composition full of tension.
The works in the series oscillate between positive and negative space: the natural elements appear as voids—a clearly defined omission within the luminous swaths of color. This duality creates a dynamic balance of forces, an interplay of opposites that reflects the relationship between nature and art.
The use of spray painting creates a unique materiality: For in contrast to the defined application of paint with a brush, the edges of sprayed paint fade into a powdery mist. In this way, the artist reverses familiar perspectives: the unaltered empty spaces appear more tangible than the colored areas.
In this series, Bardong reflects on the visible and the hidden, on what remains and what lingers.